Die Metropolregion Ost ist ein attraktiver Wirtschaftsstandort mit einer Vielzahl erfolgreicher Unternehmen und engagierter Akteure. Mit dem ersten Wirtschaftstag am 4. Mai 2017 hat das Regionalmanagement daher ein neues Veranstaltungsformat in der Region initiiert, um Unternehmer und Entscheidungsträger näher zueinander zu bringen und ihnen eine Informations- und Austauschplattform anzubieten. Das Interesse am neuen Veranstaltungsformat war groß – mehr als 140 Gäste aus Politik, Verwaltung und Unternehmerschaft sind der Einladung zum ersten Wirtschaftstag nach Altlandsberg gefolgt. Zum Auftakt standen mit der Gesundheitswirtschaft und der Tourismusbranche zwei wesentliche Wachstumsmotoren der Region im Mittelpunkt.

Johannes Martin (CDU), Bezirksstadtrat für Wirtschaft in Marzahn-Hellersdorf, betonte bei der Eröffnung der Veranstaltung, dass es wichtig sei „über Verwaltungsgrenzen hinweg Projekte anzugehen“. Rainer Schinkel (SPD), Beigeordneter und Leiter des Wirtschaftsamtes Märkisch-Oderland, schloss sich den Äußerungen Johannes Martins an und ergänzte, dass die Firmen schließlich auch keine Grenzen kennen würden. Der Vorstandsvorsitzende des Marzahn-Hellersdorfer Wirtschaftskreises, Uwe Heß, wies daraufhin, dass es in der Region schon zu zahlreichen Kooperationen gekommen sei und man diese Entwicklungen weiterhin gemeinsam stärken muss.

Wirtschaftsminister Gerber, der eine Keynote zu den wirtschaftspolitischen Entwicklungen in der Region hielt, stellte sich im Anschluss noch den Fragen des Publikums und riet den Veranstaltern: „Bleiben Sie dran bei der länderübergreifenden Zusammenarbeit!“

Die Digitalisierung verändert unser Leben in vielen Bereichen – auch in der Gesundheitswirtschaft wirkt sie immer mehr und beeinflusst Prozesse, Diagnostik, Produktentwicklung sowie Patientenverhalten. Aus diesem Grund widmete sich der erste Themenblock des Wirtschaftstages der Frage, welche Chancen und Herausforderungen die Digital health für die Gesundheitswirtschaft der Metropolregion Ost mit sich bringt. Nachdem Tobias Neisecke, Projektmanager Digital Health bei der Wirtschaftsförderung Land Brandenburg GmbH, die Besucher zunächst über die Entwicklungen in dem Bereich informierte, diskutierten Birgit Dürsch, Geschäftsführerin der PepComm GmbH, Harald Mylord, Bereichsleiter Gesundheitswesen bei Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH, gemeinsam mit Michael Scherf, Vorstandsvorsitzender der Getemed Medizin- und Informationstechnik AG. Birgit Dürsch ist der Meinung, dass ein großes Interesse vorhanden sei, das Thema Digitalisierung der Gesundheitswirtschaft voranzutreiben und auch das Know-how sei vorhanden, aber die Ergebnisse kämen noch zu selten bei dem normalen Bürger und Patienten an. Die Politik müsse nachziehen – Fragen der Datenverarbeitung und des Datenschutzes müssten ausdiskutiert werden und dann müsse man „die Experten der Branche machen lassen.“ Ähnlich klang es auch bei Michael Scherf, dessen Firma, die Getemed Medizin- und Informationstechnik AG, zwar nicht in der Metropolregion Ost sondern in Teltow sitzt, deren Produkte aber auch hier Einsatz finden. In Berlin-Brandenburg herrsche „ein super innovationsfreundliches Klima“, die Ergebnisse in die Realität zu überführen sei jedoch schwer, denn da „gibt es eine große Diskrepanz.“ Einig waren sich alle drei, dass Berlin-Brandenburg ein attraktiver Unternehmensstandort ist – mit viel Potenzial. Birgit Dürsch empfiehlt daher Veranstaltungen wie den Wirtschaftstag, denn Vernetzung sei für Unternerhmer sehr wichtig – alleine gehe man sonst unter.

Nicht nur die Gesundheitswirtschaft ist ein wichtiger Wachstumsmotor für die Region, auch die Tourismusbranche ist von großer Bedeutung. Gerade im Hinblick auf die Internationale Gartenausstellung (IGA) Berlin 2017 und die vielen touristischen Ausflugsziele in Märkisch-Oderland hat die Branche ein enormes Potenzial für Wirtschaftswachstum und zur Imageaufwertung der Region. Der zweite Themenblock des Wirtschaftstages widmete sich daher dem Tourismus und der Frage, inwieweit touristische Highlights wie die IGA Impulse für eine nachhaltige Regionalentwicklung geben können. Nach einer Keynote von Ellen Rußig, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Seenland Oder-Spree, die unter anderem erläuterte wie der Tourismusverband beispielswiese im Rahmen der IGA eine Qualitätsoffensive gestartet hat und Tourismusprodukte entwickelt, diskutierte das Podium. Dieses wurde von Dr. Andreas Zimmer, Leiter des Clustermanagements Tourismus bei der TMB Tourismus-Marketing Brandenburg, moderiert und stellte sich die Frage, was nach der IGA für die Region bleibt. Christoph Schmidt, Geschäftsführer der IGA Berlin 2017 GmbH, Gerhard Buchholz, Director Political Affairs and Strategy bei der Berlin Tourismus und Kongress GmbH, Florian Schielke, Inhaber des Hotels Flora in Fredersdorf und Ellen Rußig waren sich einig – da bleibt ziemlich viel für die Region. So bestehen die Gärten der Welt auch nach der Gartenausstellung als ein touristisches Highlight des Berliner Bezirkes Marzahn-Hellersdorf fort und haben den Besuchern dann einige Attraktionen mehr zu bieten. Auch von dem Kienbergark können alle profitieren – nach Beendigung der Gartenausstellung wird dieser Teil des Parks öffentlich frei zugänglich sein.

Bei der Abschlussdiskussion um 18.00 Uhr diskutierten Staatssekretär Henner Bunde, der Geschäftsführer des Bundesverbandes Gesundheits-IT, Ekkehard Mittelstaedt, der Geschäftsführer der LEITNER Seilbahn Berlin GmbH, Michael Tanzer sowie der Bezirksstadtrat für Wirtschaft, Straßen und Grünflächen, Johannes Martin und der Beigeordnete und Leiter des Wirtschaftsamtes Märkisch-Oderland, Rainer Schinkel die „Zukunftsperspektiven der Metropolregion Ost“.

Beim anschließenden Get-together nutzten die Gäste die Gelegenheit, sich in ungezwungener Atmosphäre mit verschiedenen Vertretern der Gesundheits- und Tourismusbranche auszutauschen und Kontakte zu knüpfen.

Wir bedanken uns bei all unseren Gästen und Partnern für den gelungenen Auftakt des Veranstaltungsformates.

Das Programm finden Sie hier.