Meet Up der Metropolregion Ost

1. Meet Up der Metropolregion Ost
26. Februar, 17-20 Uhr, STIC
Thema „Ladeinfrastruktur für Mieterinnen und Mieter“

Nachlese:

Am 26.02.2024 luden das Regionalmanagement der Metropolregion Ost gemeinsam mit dem Klimaschutz- und Energiebüro der STIC Wirtschaftsfördergesellschaft mbH zum 1. Meet Up der Metropolregion Ost zum Thema Elektromobilität ein.

Die Auftaktveranstaltung umfasste dabei eine thematische Einführung in die „Elektromobilität in Brandenburg und Berlin – aktueller Stand und Ausblick“, welche von Armin Henning, Koordinator der Stabsstelle Anwendung Elektro- und Wasserstoffmobilität der WFBB,  sowie Daniel Bussin, Projektmanager Innovation, Berliner Agentur für Elektromobilität eMO, geleistet wurde. Darüber hinaus gab es einen praktischen Input zum „Ausbau von öffentlicher Ladeinfrastruktur für Mieterinnen und Mieter“ durch Dirk Sasson, Geschäftsführer der Stadtwerke Schwedt.
Die Präsentationen der Referenten finden Sie im Reiter Downloads weiter unter.

Sowohl in den drei Vorträgen als auch in der darauffolgenden Diskussion wurden Fragen diskutiert, nach den Herausforderungen im Allgemeinen und für die Wohnungsbauwirtschaft, nach den rechtlichen Rahmenbedingungen sowie der praktikabelsten Umsetzung beim Ladeinfrastruktur-Ausbau.

 
Diskussionsergebnisse:

In der Diskussion, bei der die Teilnehmende ihre Fragen direkt an die Referenten richten konnten, konnte eingehend geklärt werden, dass aktuell – also innerhalb des Markthochlaufes der Elektromobilität, in dem wir uns noch befinden – noch mit keinem Gewinn zu rechnen sei. Vielmehr müsse die Bevölkerung erst einmal für die Nutzung batterie-elektrischer Fahrzeuge gewonnen werden. Unternehmen, welche daran interessiert sind, einen Gewinn zu erzielen, müssten hierbei also in Vorleistung gehen.

Park & Ride-Plätze sollten im Sinne der Antriebswende stärker elektrifiziert werden, um bspw. auch Pendlerinnen und Pendlern mehr Anreize zu geben, auf Benziner und Diesel zu verzichten. Hierbei sei es ratsam, von der Errichtung von Schnellladesäulen (DC) Abstand zu nehmen. Als Grund wird genannt, dass die Errichtung dieser DC-Säulen in der Regel um ein Vielfaches teurer ist, als die Errichtung von mehreren Normalladesäulen (AC). Die wenigsten reinen Elektrofahrzeuge seien dazu in der Lage, die hohen Leistungen der Schnellladesäulen (bis 150 KW) überhaupt zu verarbeiten. Viel mehr solle man mit der Errichtung von AC-Ladesäulen in die Breite gehen, um die Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung zu erhöhen.

Als Herausforderungen für die Wohnungswirtschaft konnten vor allem drei Faktoren festgehalten werden:
  • Die elektronische Infrastruktur bzw. die verfügbaren Kapazitäten bei alten Immobilien entsprechen nicht den heutigen Standards.
  • Für die Errichtung von Ladeinfrastruktur für Mieterinnen und Mietern ist mit hohen Kosten zu rechnen.
  • Es müssen verschiedene Geschäftsmodelle betrachtet werden, bei denen sich der (finanzielle) Aufwand und die Möglichkeiten in der Vermietung unterscheiden.

Zurzeit gibt es noch nicht die optimale Lösung, bzw. Geheimtipp für die Errichtung von Ladeinfrastruktur im Geschosswohnungsbau. Generell wird jedoch festgehalten, dass oftmals ein pragmatischer Ansatz a la „einfach mal ausprobieren“ zu den größten Erfolgen führen kann. Ebenso sei es wichtig lokale Partnerinnen und Partner zu finden und zu binden, die den regionalen (wirtschaftlichen) Mehrwert erkennen und bevorzugen. Für das GEIG (Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz) sei für Mitte 2024 mit einer angepassten Veröffentlichung zu rechnen. Diese sei abzuwarten, um die genauen Anforderungen (auch für die Kommunen) abschätzen und beurteilen zu können.

Schlussendlich wurden Themenwünsche für die kommenden MeetUp-Veranstaltungen aufgenommen:
  • Anwendungs- und Best-Practice-Beispiele; Vorstellung von Use-Cases inkl. Zahlen
  • Umsetzung/Ausbau der Ladeinfrastruktur in bestehenden Quartieren: Integration alter Baustrukturen in neue Zukunftskonzepte der Ladeinfrastruktur
  • Solar-Energie auf Dächern
  • Betriebliches Mobilitätsmanagement

Wir bedanken uns bei allen Referenten und Teilnehmenden für diese spannende und aufschlussreiche Veranstaltung!

Im Fokus der Veranstaltungsreihe “Meet Up der Metropolregion Ost” stehen der Austausch und das Netzwerken zu Themen des Ladeinfrastrukturausbaus, der Elektromobilität sowie der Verkehrswende in Berlin und Brandenburg.

Gemeinsam mit Ihnen als Vertreterinnen und Vertreter Ihrer Gemeinden und Städte, als Entscheidungsträger und Entscheidungsträgerinnen, als Expertinnen und Experten sowie kommunale Schlüsselakteure und -Akteurinnen werden wir rechtliche Grundlagen und Regularien besprechen, Best Practice Beispiele aus der Region vorstellen und uns zu Möglichkeiten sowie Angebote der Zusammenarbeit austauschen.

Datenschutzhinweis, Kontaktdatenspeicherung und Foto-/Videoerlaubnis

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2.) Die Kontaktdaten (Vor- und Familienname, Emailadresse und ggf. Telefonnummer) werden in einer Teilnehmendenliste im Rahmen der Veranstaltungsreihe “Meet Up der Metropolregion Ost” unter Einhaltung der datenschutzrechtlichen Vorschriften gespeichert und bearbeitet.

3.) Mit der Anmeldung wird den Veranstalter:innen zudem die Erlaubnis erteilt, während der Veranstaltung Foto- und Filmaufnahmen zu machen und diese Aufnahmen im Zusammenhang mit der Veranstaltung für die Öffentlichkeitsarbeit und die Dokumentation, analog und digital, zu verwenden.

Die Veranstaltungsreihe „Meet Up der Metropolregion Ost“ ist eine Kooperation des Regionalmanagements der Metropolregion Ost Berlin-Brandenburg und des Klimaschutz- und Energiebüros der STIC Wirtschaftsförder-gesellschaft Märkisch-Oderland mbH. Die Kooperationspartner wollen sich im Austausch mit Expertinnen und Experten den Themen der Elektromobilität in der Metropolregion Ost nähern. Unterstütz wird das Format von der länderübergreifenden Arbeitsgruppe Elektromobilität*.

Ansprechpartnerin RM:
Sara Hohmann: info@regionalmanagement.eu

Ansprechpartner Klimaschutz und Energiebüro:
Mario Hofmann: energiebuero@stic.de

Für Unternehmen und Kommunen in Brandenburg ist die Stabsstelle Anwendung Elektro- und Wasserstoffmobilität (kurz SAEW) der Wirtschaftsförderung des Landes Brandenburg ein kompetenter Ansprechpartner. Für die Hauptstadt ist die Berliner Agentur für Elektromobilität eMO, als Teil der Wirtschaftsförderung Berlin Partner zuständig. Das Klimaschutz- und Energiebüro der STIC Wirtschaftsfördergesellschaft Märkisch-Oderland mbH ist zuständig für den Landkreis Märkisch-Oderland.

Gemeinsam bilden die Institutionen, unter dem Dach des Regionalmanagements der Metropolregion Ost, die „Arbeitsgruppe Elektromobilität“. Durch die länderübergreifende Zusammenarbeit soll die flächendeckende Antriebswende vorangebracht werden. Außerdem steht im Fokus der länderübergreifenden Arbeitsgruppe die Wissensvermittlung zu Themen der Elektromobilität sowie die Vernetzung von kommunalen Akteurinnen/Akteuren mit Expertinnen/Experten.

Weitere Informationen finden Sie hier: https://metropolregionost.eu/themen/energieeffizienz-elektromobilitaet/ 

 

 

„Die Bundesregierung hat sich das Ziel gesetzt, die Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor bis 2030 um 48 % gegenüber 1990 zu reduzieren. Hierfür ist insbesondere die Elektrifizierung des Straßenverkehrs und die Nutzung erneuerbarer Energien erforderlich. Voraussetzung dafür ist der weitere Ausbau der Ladeinfrastruktur.“[1]

Im Masterplan Ladeinfrastruktur II der Bundesregierung (Oktober 2022) werden die Kommunen als Schlüsselakteure in der Transformation benannt, da ein Großteil der benötigten Flächen für öffentliche Ladeinfrastruktur auf kommunalen Territorium verortet ist.[2] Jedoch ist der Aufbau von Ladeinfrastruktur in den Kommunen noch sehr defizitär. Die Gründe dafür sind vielfältig: neben nicht vorhandenem Wissen zur Bedarfsplanung und Umsetzung, sind Personalressourcen-knappheit und Finanzierung ausschlaggebend.

[1] S. 5 des Masterplan Ladeinfrastruktur II der Bundesregierung, BMDB, Oktober 2022, https://bmdv.bund.de/SharedDocs/DE/Anlage/G/masterplan-ladeinfrastruktur-2.pd
[2] Vgl. ebd. S. 23

Die Metropolregion Ost Berlin-Brandenburg umfasst den Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf und erstreckt sich von dort über verschiedene Kommunen und Städte bis ins östliche Brandenburg. Im Allgemeinen ist die Region durch eine gut ausgebaute Infrastruktur geprägt. In der Zusammenarbeit der beiden Länder Berlin und Brandenburg wird die Mobilität in der Hauptstadtregion immer wieder neugestaltet. Dennoch gibt es vor allem bei der Förderung von Elektromobilität und dem Ausbau öffentlicher Ladeinfrastruktur zahlreiche Handlungsbedarfe.

Im Austausch mit den kommunalen Vertreter:innen (hauptsächlich auf Brandenburger Seite) wurde festgestellt, dass noch viele Fragen udn damit Unsicherheiten zur Realisierung der, im Masterplan formulierten Aufgaben, vorherrschen. Es besteht also ein erhöhter Bedarf in den Kommunen und Städten der Metropolregion Ost nach Beratungsleistungen und Prozessbegleitung vor Ort.

Es bestehen Fragen zu der Gestaltung und Betreiberpraxis von freien öffentlich zugänglichen Ladepunkten, zu der erwartbaren Ausstattung des Ladeortes, zu den Authentifizierungs- und Ladevorgangs-Prozessen, zur Preistransparenz sowie Abrechnung und Barrierefreiheit.

In Gesprächen mit den Kommunen wird auch deutlich, dass viele den Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur nicht vorrangig als kommunale Aufgabe sehen. Wieder andere weisen sich und anderen Kommunen eine Art Steuerungs- und Genehmigungsfunktion zu. Im Sinne dieser Verantwortung sei es wichtig, dass kommunale Vertreter:innen die richtigen und wichtigen Informationen zu den Ausbauprozessen öffentlicher Ladeflächen sowie entsprechenden Förderungen und Gesetzen haben.

TP6 auf dem Gelände des STIC, Wirtschaftsfördergesellschaft Märkisch-Oderland mbH,
Garzauer Chaussee 1a, 15344 Strausberg